Weingut Batthyány

Geschichte & Lage


Der Weinanbau zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte von Rechnitz. Im Hochmittelalter, um die Mitte des 12. Jahrhunderts, muß Rechnitz bereits ein bedeutender Weinbauort gewesen sein. Die erste urkundliche Erwähnung ϋber Weinbau in Rechnitz stammt aus dem Jahre 1374.

1348 erhielt der Ort Rechnitz das Marktrecht und der Ort entwickelte sich unter dem Schutz der Grafen Batthyány. Rechnitz galt als wichtigster Weinbauort der Familie Batthyány. Diese Weine wurden noch im 18. Jahrhundert regelmäßig nach Polen und Schlesien gesandt. Im Jahre 1744 hatte Rechnitz eine Weinbaufläche von 358 ha.

2015 wurde die 400 Jahre alte Familientradition von Graf Ivan Batthyány und seiner Frau Gräfin Carolin Batthyány wiederbelebt. Ihr kleines Boutique-Weingut zeichnet sich heute durch die aufwendig selektive Produktion von Weinen auf kleinem Terrain aus, die sich durch stark reduzierten Mengenertrag von den Massenerzeugern Österreichs unterscheidet.



Unter der Ägide von Rudolf Krizan wurden 3,5 ha Reben auf Streuobstwiesen ausgesetzt, die 30 Jahre lang nicht bearbeitet wurden und deren Böden vor Kraft strotzten. Das Mikroklima und die mineralischen Böden ergeben einen eigenen Weintyp. Unsere Lagen sind nicht älter als 3 Jahre und die Rieden wurden nach neuesten biodynamischen Erkenntnissen angelegt. Der selektive Schnitt, die Ausdϋnnung und das Entblättern steigern die Qualität.



Unsere Lage, der sogenannte "Rindler" wurde bereits um 1700 von den Vorfahren des heutigen Besitzers bebaut und geschätzt. Davon zeugt die noch heute in situ vorzufindende "Weinbergkapelle", die um 1700 von Ádám II. Graf Batthyány erbaut wurde. In dieser Zeit scheint es zahllose Unwetter gegeben zu haben, die die Ernte zerstörten. Um seine Liebingsweine zu schützen, baute er diese Kapelle, die den Wetterheilgen gewidmet wurde. Derzeit verfügt das Weingut über 3,5 ha Rebfläche, davon 2,5 ha Chardonnay und Sauvignon Blanc, sowie 1 ha Blaufränkisch und Merlot.



Die Batthyánys sind bekannt als österreichisch-ungarisches Magnatengeschlecht, aus deren Reihen berϋhmte Feldherren, Politiker, Kirchenfϋrsten und Bauherren hervortraten. Weniger bekannt ist die Tatsache, das die Batthyánys bereits im 17. Jahrhundert Wein im großen Stil anbauten. Ein Dokument aus dem Jahre 1632 belegt, daß die aus Venetien stammende Freiin Aurora Formentini, die den ungarischen Grafen Ádám I. Batthyány von Német-Úvjár heiratete, 300 Furmint-Reben “vini di Toccai” als Teil ihrer Aussteuer mitbrachte. Diese Rebsorte gedieh in Ungarn so gut, das die Region nach ihr benannt wurde und der Furmint heute 70% der bestockten Rebfläche im Weinanbaugebiet Tokaj bestimmt.



Unter Graf Boldizsár Batthyány (1543-1590), der 7 Sprachen beherrschte, entwickelte sich sein Hof in Gϋssing zur europaweit bekannten Hochburg der späthumanistischen Gelehrtheit. Durch seine Agenten ließ er einen Großteil der neuesten europäischen Bucherscheinungen nach Ungarn bringen und berϋhmte Botaniker wie Carolus Clusius, der Alchemist Elias Corvinus, der Graf Felician Haberstein und die Ärzte Johannes Homelius und Nicolaus Pistalocius konnten ihre neuesten Erkenntnisse unter ihresgleichen austauschen. 1582 erlaubte er dem Drucker Johannes Manlius, sich in Gϋssing niederzulassen. So entstand in Gϋssing im 16. Jahrhundert eine der bedeutendsten Bibliotheken Ungarns.



Graf Ádám I. Batthyány von Német-Úvjár (1610 – 1659) besass mit Gϋssing (mit Csákány und Stegersbach), Rechnitz und Schlaining rund 4/5 des heutigen Bezirkes.



Ádám II. Batthyány (1662 – 1703) erhielt 1700 von Kaiser Leopold I. als Gegenleistung fϋr seine militärische Zuwendung im Befreiungskrieg die erste Baranyer Herrschaft der Batthyánys mit dem Hauptort Bóly. Der größte Weinkeller der Ortschaft wurde von den Untertanen die “Weinkathedrale” genannt, da sie bereits 1754 4000 Hektoliter Wein lagern konnte.


Weingut Batthyány  |  Waldgebiet 636  |  7471 Rechnitz  |  Tel. +43 3363 79201

letzte Aktualisierung 15. November 2019